Amalgam; doch nicht ganz ungefährlich? Neue Untersuchung verfügbar.

06.06.2017

Wussten Sie eigentlich,...
dass Amalgam in Ihrem Mund als unbedenklich gilt, lose in Ihrer Hand jedoch rechtlich als Sondermüll eingestuft wird?!
Erst 2020(!) soll geprüft werden, ob Zahnärzte ab 2030(!) auf Amalgam verzichten können.
Derzeit werden noch immer pro Jahr in Europa rund 75.000kg in die Zähne der Patienten eingesetzt.

In Taiwan wurde mittlerweile eine Assoziation einer Amalgambelastung mit M. Parkinson sowie kardiovaskulären Erkrankungen in großer Studie belegt.  In einer Langzeitstudie wurde nachgewiesen, dass Amalgamplombenträger mit einer um 58 % höheren Rate an M. Parkinson erkranken können. Als Untersuchungsgrundlage diente dabei das nationale Gesundheitsregister, aus dem zwischen 2000 und 2008 die über 55-jährigen gefiltert wurden, die bezüglich der Erkrankungsrate an M. Parkinson und dem Kontakt zu Amalgamplomben Zusammenhänge zeigten. So fanden sich 10.000 Personen, die nie Kontakt zu Amalgam hatten und vergleichend 10.000 Probanden, die entsprechende Amalgamfüllungen erhalten haben. Nicht nur, dass M. Parkinson auftrat, sogar kardiovaskuläre Begleiterkrankungen waren in der Amalgamgruppe drei- bis fünffach höher, als in der gleichgroßen amalgamfreien Gruppe.


Quelle:
Association between History of Dental Amalgam Fillings and Risk of Parkinson’s Disease: A Population-Based Retrospective Cohort Study in Taiwan
Published: December 1, 2016
Cohort Study in Taiwan
Yung-Chuang Hsu, Cheng-Wei Chang, Hsin-Lin Lee, Chuan-Chung Chuang, Hsien-Chung Chiu, Wan-Yun Li, Jorng-Tzong Horng, Earl Fu 
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0166552
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0166552

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Was aber nun beachten und was machen?

Panik ist auf jeden Fall nicht angezeigt. Die Amalgamplomben sollten aber zeitnah und unter optimalem Schutz entfernt werden. Hierzu ist es wichtig, dass der ausführende Zahnmediziner die einschlägigen Schutzverfahren sicher anwendet. Die Mineralstoffversorgung und die Entgiftungskapazität des Körpers sollten dann kontrolliert und optimiert werden. Schwermetalle können mit der Chelattherapie ausgeleitet werden. Personen mit bestimmten Erkrankungen/Therapien (z.B. Chemotherapie) und auch Schwangere sollten hier jedoch ganz besonders vom Arzt oder Therapeuten betreut werden und eventuell mit dem Entfernen von Amalgam warten.
Lesen Sie speziell zur zahnärztlichen Entfernung von Amalgam auch diese Seite mit den Empfehlungen einer Expertenkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin.