Info Infusionstherapien

Allgemeine Information zu Infusionen und deren Ablauf.

 

Warum Infusion?

Der große Vorteil liegt darin, dem Körper in kurzer Zeit eine hohe Dosis ( die sog. pharmakologisch wirksame
Dosis) kontrolliert verabreichen zu können. Dabei wird der Magen/Darm-Trakt weitestgehend umgangen.

S
tellen Sie sich vor, Sie benötigen in einer Behandlung eine hohe Vitamin-C-Dosis. Orangen enthalten ungefähr
je 100g Fruchtfleisch 50mg Ascorbinsäure (Vitamin-C). Wenn wir also den Therapiebedarf über eben diese
Orangen decken wollen und wir einen Bedarf von 7,5g zu Gunde legen, dann müssten Sie 15 Kilogramm Orangen
verzehren! Wohl bekomm's...

Die Menge an sich ist dabei aber nur das eine Problem. Denn Sie müssten diese 15Kg auch in ungefähr einer Stunde essen.

Gehen wir weiterhin mal theroretisch davon aus, das Sie dies schaffen würden, dann kämen spätestens an diesem
Punkt die Probleme mit Magen und Darm ins Spiel. Und mit Sicherheit würde diese zugeführte Menge auch gar nicht
verstoffwechselt werden können, somit dem Körper gar nicht wirksam zur Verfügung stehen. Gerade die Bioverfügbarkeit
ist jedoch ein wichtiger Aspekt in vielen Behandlungen.

Und genau aus diesem Grund ist die Infusionstherapie so wertvoll und von großem Vorteil. Natürlich gibt es weitere Gründe.
Bestimmte Medikamente können z.B. vom Körper über den Verdauungstrakt nur schlecht aufgenommen werden,
beziehungsweise verursachen starke Magen- und Darmbeschwerden. Da ist der Umweg über den Magen kontraproduktiv.
Ebenso wirkt sich der First-Pass-Effekt besonders auf oral aufgenommene Medikamente negativ aus. Hierbei gehen große
Anteile der über Magen und Dünndarm aufgenommenen Wirkstoffe verloren.
Ein weiterer wichtiger Grund aber nicht der letzte: Die Wirkstoffzufuhr kann sehr genau dosiert und kontrolliert werden.

 

 

Welche Infusionen stehen in der Therapie zur Verfügung?

Neben weiteren individuellen Medikamenten, biete ich im Bereich
Infusion folgendes an:

  • Vitamin C (Hochdosis bis 50g Einzeldosis)
  • B-Vitamine (einzeln oder kombiniert aus dem B-Komplex)
  • Mineralstoffe/Mikronährstoffe
  • Natriumhydrogencarbonat 8,4% 
  • Aminosäuren (z.B. AOC, TLA) 
  • Artesunat (Artemisininderivat)
  • verschiedene homöopatische Präparate
  • Lebertherapeutikum
  • Peptidlösungen (Leber-Milz/Thymus)
  • Chelat
  • ... 

 

Patienten bei der Infusionstherapie Bild: Infusionspatienten (liegend und sitzend)

Wie läuft eine Infusionstherapie üblicherweise ab?

Eine Verabreichung der nötigen Medikamente kann je nach Art und Indikation in Kombination oder auch einzeln
erfolgen. Einer ausführlichen Anamnese und Beratung folgt der Therapievorschlag. Hier erfahren Sie genau, welche
Medikamente ich bei Ihren Beschwerden für richtig halte.

In einem der Behandlungsräume nehmen Sie in einem bequemen Liegesessel Platz oder nutzen eine Therapieliege.
Eine geeignete Vene wird dann mit einer Venenverweilkanüle (ggf. auch per Butterfly) punktiert und die Infusionslösung
per Dauertropf oder mit Hilfe einer speziellen Infusionspumpe verabreicht. Der Vorgang des Einstechens ist prinzipiell
der gleiche wie bei einer normalen Blutabnahme. Sofern vorhanden, nutze ich auch den Zugang über ein Portsystem.
Hier sind insbesondere tägliche Infusionen, z.B. in der Onkotherapie, besser und vor allem angenehmer für den
Patienten zu verabreichen.
In Abhängigkeit von Menge und Medikament dauert eine Sitzung zwischen einer halben und zwei Stunden. Am
Ende der Infusion wird die Kanüle gezogen und die Punktionsstelle mit einem Pflaster oder kleinem Tupferverband
abgedeckt. Durch die Verwendung von Venenverweilkanüle oder Port können wir die Infusion auch bei Bedarf ohne
Probleme kurz unterbrechen (z.B. für einen Toilettengang).

Sowohl eine vollelektronische Pulskontrolle und Oxymetrie als auch die Blutdruckmessung stehen bei Bedarf zur ständigen
Verfügung. 

Ihnen stehen in der Zeit während die Infusion läuft Musik oder Zeitschriften zur Verfügung. Außerdem biete ich Ihnen
etwas zu Trinken, gerne auch einen Tee an. Möchten Sie einfach ruhen und die Zeit für etwas Entspannung nutzen,
können Sie auch dies tun. Im Infusionsraum sitzen Sie ungestört; lediglich zur
Infusionskontrolle schaue ich gelegentlich hinein. Haben Sie eine Begleitung?
Auch das ist kein Problem. Sie können sich gerne unterhalten; das verkürzt
auf einfache Weise die Therapiezeit. Sitzgelegenheiten sind daher vorhanden.Venenverweilkanüle in vergrößerter Darstellung

Die Anzahl der Sitzungen schwankt in Abhängigkeit der Beschwerden oder
dem zu erreichenden Ziel. Bei den meisten Therapien beginnen wir mit sechs
Infusionen, welche in zwei oder drei Wochen verabreicht werden.
Spezielle Infusionen können auch deutlich mehr Sitzungen erfordern oder bis
zu fünfmal je Woche angelegt werden.

Alle Details hierzu erfahren Sie im Beratungsgespräch, bei dem auch alle Ihre
Fragen vor der Therapie beantwortet werden.

 

Die Abbildung rechts zeigt eine Venenverweilkanüle (rosa) in Vergrößerung
(c) B.Braun Melsungen AG (Verwendung der Abbildung genehmigt)

 

Butterfly-Kanüle in vergrößerter Darstellung

Die Abbildung links zeigt eine Flügelkanüle (Butterfly)
ebenfalls in Vergrößerung.

Röntgenbild Portkathether

Das Bild links zeigt eine Röntgenaufnahme:

Portkatheter; implantiert im Bereich der oberen linken
Rippenbögen unterhalb des Schlüsselbeins.
Der Schlauch (Katheter) führt von der Portkammer je nach
Implantationsort über eine größere Vene in den herznahen
Bereich. Dort sind sowohl der Blutstrom stark genug, als auch
die Gefäße groß genug um Gefäßschäden,
die eventuell durch Medikamente auftreten könnten, zu
vermeiden.
(Die Darstellung ist verkleinert.)


Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Die Infusion als Vorgang selber kann keine Nebenwirkungen erzeugen. In seltesten Fällen könnte es an der Einstichstelle zu einer Infektion
oder im Nachgang zu einem kleinen Hämatom kommen. Im Vorfeld der Therapie erhalten Sie zudem eine umfassende Aufklärung.

Da die invasive Tätigkeit jedoch ein Schwerpunkt in der Praxis ist, sind nahezu alle Eventualitäten berücksichtigt.

Das bedeutet, das...
- ausschließlich nach den strengen vorgeschriebenen Hygienevorschriften gearbeitet wird
- besondere Notfallmedikamente zur Verfügung stehen
- Blutdruck-, Sauerstoff-, und Pulskontrolle (auch elektronisch) ständig gegeben ist
- wiederholt ein Notfallseminar besucht wird
- für den äußersten Fall auch ein AED-Defibrillator zur Verfügung steht

Sicherheit am Patienten und Qualität an der Arbeit

Das ist es, was ich nicht nur sage, sondern täglich in meiner Praxis auch lebe. Mit der Gesundheit und dem Leben spielt man nicht. Deshalb
distanziere ich mich auch ausdrücklich von den sogenannten "Wohnzimmertherapeuten", die immer mal wieder negativ auffallen und uns
qualifizierten HeilpraktikerInnen nur schaden.